DSL-Glasfaser - Opal-Glasfaser sollte die Zukunft sein
Als mit der politischen Wende in Deutschland die Wiedervereinigung
gekommen war, begann mit dem "Aufbau Ost" auch der Aufbau
der Nachrichten- und Informationsnetze. Gemeint sind damit zunächst
die ganz normalen Telefonleitungen, denn 40 Jahre lang waren in
den östlichen Bundesländern die Telefonnetze nicht wirklich
gepflegt und aktualisiert worden und nun sollte das komplette Telefonnetz
auf den neuesten Stand der modernen Technik gebracht werden.
Glasfaser hieß die Zukunft, die alten Kupferleitungen sollten
lediglich als wertvollen Rohstoff wieder ausgebuddelt werden und
Glasfaserleitungen sollten die alten Telefonnetze ersetzen. In dieser
Wendezeit Anfang der 1990er Jahre zeichnete sich aber auch eine
ganz andere Informationstechnologie, nämlich das damals noch
junge Internet. Analysten rechneten schnell hoch, dass auf die Menschheit
zukünftig eine riesige Datenmenge zukommen könnte, die
dann über entsprechende Netze an die Endverbraucher zu bringen
seien.
Aus dieser Problematik heraus wurde die OPAL-Glasfaser-Technologie
geboren und fortan in vielen Gemeinden ostdeutscher Bundesländer
verlegt und weil OPAL-Glasfaser die Zukunft versprach, auch gleich
in vielen Neubaugebieten aus den alten Bundesländern.
Bei der Modernisierung der Netze wurde die Deutsche Telekom allerdings
vor ein riesiges Problem gestellt; aus Kostengründen konnten
die Haushalte nicht bis zum Übergabepunkt mit Glasfaser ausgestattet
werden. Für die so genannte "Letzte Meile" musste
auf das alte Telefonnetz zurück gegriffen werden und diese
Leitungen bestanden aus Kupferkabel.
Die Nachfrage nach breitbandigen Internet-Zugängen waren zu
dieser Zeit aber noch nicht gegeben und so wurde das OPAL-Glasfasernetz
mit viel Elan und noch mehr Kosten stetig ausgebaut. Als sich dann
aber abzeichnete, dass der Bedarf an Internet-Leitungen weit über
die Fähigkeiten eines Analogen- oder ISDN-Telefon hinaus gingen,
wurden die Fehlinvestitionen der Deutschen Telekom sichtbar. Sie
hätte die Lichtinformationen aus dem Glasfasernetz bei jedem
Endverbraucher in digitale Stromimpulse umwandeln müssen und
dies hätte eine sehr zeitaufwendige und vor allem eine sehr
kostenintensive Investition bedeutet.
Die Folge war: Die Telekom brachte 1999 DSL auf den Markt, deren
Technologie allerdings ausschließlich auf Kupferleitungen
basiert und die OPAL-Glasfaser versorgten Gebiete schauten im wahrsten
Sinne des Wortes in die Röhre. Obwohl eine Hochgeschwindigkeitsleitung
an ihren Häusern vorbei lief, mussten diese Haushalte auf Breitband-Internet
verzichten oder mussten sich Alternativen suchen.
Zwischenzeitlich, im Jahre 2010 ist die Bundesregierung mit Hochdruck
dabei, jeden Haushalt mit einer Breitbandgeschwindigkeit von mindestens
einem MBit/s versorgt zu wissen. Die zur Verfügung stehenden
Alternativen kommen dabei vielfach allerdings nicht aus der Erde,
sondern aus der Luft. Speziell sollen die frei gewordenen Frequenzen
aus der so genannten "Digitalen Dividende" dazu benutzt
werden, um die Lücken in der deutschen Breitband-Landschaft
zu schließen. Angedacht ist die so genannte LTE-Technologie,
also die 4. Mobilfunk-Gerneration.
Natürlich soll nicht verschwiegen werden, dass die Deutsche
Telekom bemüht ist, Breitband-Internet aus eigenem Bestand
auf den Weg zu bringen. Noch in jüngerer Zeit findet man Standort-Profile,
wie beispielsweise aus dem Kreisgebiet Unna in denen explizit gesagt wird, dass ..."die Netzknoten
der Telekommunikationsversorgung bereits auf höherer Netzebene
mittels Lichtwellenleiter (also Glasfaser) verbunden sind"
und entsprechende Industrie- und Gewerbegebiete kurzfristig mit
Breitband-Internet mittels Glasfaser ausgestattet werden können.
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